Im Westerländer Rathauspark erinnert eine besondere Ausstellung an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Persönliche Gegenstände erzählen ihre Geschichten, während die Suche nach Angehörigen vieler Opfer bis heute weitergeht.
StolenMemory in Westerland zeigt persönliche Gegenstände
Im Mittelpunkt stehen sogenannte Effekten. Dabei handelt es sich um persönliche Gegenstände, die KZ-Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Lagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden.
Dazu gehören unter anderem Eheringe, Uhren, Füller und Brieftaschen mit Fotografien. Die Ausstellung zeigt Bilder dieser Gegenstände und erzählt von ihren früheren Besitzern.
Arolsen Archives suchen Familien ehemaliger KZ-Häftlinge
StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives. Ziel ist es, noch vorhandene persönliche Gegenstände möglichst an Angehörige der Verfolgten zurückzugeben.
Seit dem Start der Kampagne im Jahr 2016 konnten bereits mehr als 1.000 Familien gefunden werden. Erinnerungsstücke von rund 2.000 Menschen aus ganz Europa warten nach Angaben der Arolsen Archives weiterhin auf eine Rückgabe.
Ausstellung auf Sylt erinnert an Max Feddersen
Die Ausstellung stellt auch eine direkte Verbindung zur Insel her. Zu den vorgestellten Schicksalen gehört der ehemalige KZ-Häftling Max Feddersen von Sylt.
Besucher können über QR-Codes Videoporträts aufrufen. Darin berichten Angehörige über die früheren Besitzer der Gegenstände und deren Lebensgeschichten.
StolenMemory bleibt bis Oktober im Rathauspark Westerland
Die Ausstellung befindet sich im Rathauspark an der Andreas-Nielsen-Straße in Westerland. Sie ist noch bis zum 4. Oktober 2026 zu sehen.
Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung entstand gemeinsam mit den Arolsen Archives und dem Arbeitskreis Erinnerungskultur Nationalsozialismus auf Sylt sowie mit Unterstützung der Gemeinde Sylt.
Quelle: Gemeinde Sylt und Arolsen Archives, Informationen zur Ausstellung StolenMemory im Rathauspark Westerland.