Die Sandaufspülungen auf Sylt laufen auch 2026 in großem Umfang. Bis Mitte Oktober sollen rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand an und vor die Westküste gebracht werden, weil die Insel jährlich etwa 1,2 Millionen Kubikmeter Sand verliert.
Küstenschutz auf Sylt: 1,3 Millionen Kubikmeter Sand gegen Erosion
Die Westküste von Sylt ist ständig der Brandung der Nordsee ausgesetzt. Vorherrschende Westwinde und Wellen tragen an einzelnen Bereichen der Küste rechnerisch jährlich zwischen einem und vier Metern ab.
Sandaufspülungen sollen diesen Verlust ausgleichen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein setzt dieses Verfahren auf Sylt bereits seit Jahrzehnten ein.
Hörnum, Rantum, List und Wenningstedt bekommen neuen Sand
Im Laufe der Saison werden rund 1,05 Millionen Kubikmeter Sand auf insgesamt 8,15 Kilometern Strand verteilt. Die vorgesehenen Bereiche liegen in Hörnum, Rantum, List sowie Wenningstedt und Kampen.
Der Sand stammt aus einem Gebiet rund zehn Kilometer vor der Küste. Ein Spülschiff nimmt dort in 15 bis 30 Metern Tiefe ein Gemisch aus Wasser und Sand auf und transportiert den Sand anschließend in Richtung Insel.
Westerland erhält 250.000 Kubikmeter Sand vor der Küste
Nicht der gesamte Sand landet direkt auf dem Strand. Vor Westerland werden zusätzlich rund 250.000 Kubikmeter im sogenannten Vorstrandbereich eingebracht.
Das Sanddepot liegt mehrere hundert Meter vor der Uferlinie. Die vorgelagerte Sandmenge soll dazu beitragen, die Energie der Wellen bereits vor dem eigentlichen Strand zu verringern.
Sandaufspülungen auf Sylt kosten 9,2 Millionen Euro
Für die Strand- und Vorstrandaufspülungen sind 2026 rund 9,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Arbeiten sollen bis Mitte Oktober und damit vor Beginn der nächsten Sturmflutsaison abgeschlossen werden.
Finanziert wird die Küstenschutzmaßnahme unter anderem durch das Land Schleswig-Holstein und Bundesmittel. Auch europäische Mittel fließen in das Vorhaben.
Ohne Sandaufspülungen würde Sylt weiter Küste verlieren
Die erste Sandaufspülung auf Sylt fand bereits 1972 vor Westerland statt. Seit 1984 wird regelmäßig entlang der Westküste neuer Sand eingebracht.
Von 1972 bis Ende 2025 wurden insgesamt rund 63,3 Millionen Kubikmeter Sand aufgespült. Davon gelangten etwa 6,9 Millionen Kubikmeter in den Vorstrandbereich.
Die Arbeiten sind damit ein zentraler Bestandteil des Küstenschutzes der Insel. Sie stabilisieren Strände und Vordünen und sollen verhindern, dass Kliffs und weitere Küstenabschnitte durch die Nordsee immer weiter zurückgedrängt werden.
Quelle: Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Küstenschutz auf Sylt – Sandaufspülungen 2026.